Magistrale Postbank, 1998

Die 140 m lange und 17 m hohe Wand dieser "inneren Strasse" war von Beginn an als besonderes Element des Gebäudes vorgesehen. In Gemeinschaft mit dem Künstler Thomas Weil, der seit 25 Jahren mit geometrischem Ornament arbeitet, entstand die Konzeption dieser Kunstwand, die die rechtwinklige Geometrie der Architektur wie die Dynamik ihrer Höhenabwicklung einbezieht.
»Die Wirkung im Inneren, aus der Perspektive des Fußgängers, ist kein statisches Bild wie der Blick von außen, sondern ein Durchschreiten. Die Identität der Maße von Glasfassade und Ornamentlinien ist spürbar. Paradoxerweise lösen die Linien die Massivität und Schwere der Betonwand auf. Sie animieren zu Bewegung und Weiterschreiten, während die Sprossenwand statisch verharrt, wiederum eine Synthese aus Ruhe und Bewegung. In der Perspektive des Passanten ist nur der unmittelbar benachbarte Teil des Ornaments erkennbar, vielleicht über eine Distanz von zehn Metern, dann verschwinden die Linien in der Ferne. Dadurch wirkt das Ornament nie erdrückend, sondern stimu-lierend und weiterführend, das Erlebnis des Gehens animierend.« Thomas Weil